Schweißdrüsen entfernen

Entfernen der Schweißdrüsen

 

 

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Das Entfernen der Schweißdrüsen durch die Lipokürettage, auch Saugkürettage genannt, ist die Methode der Wahl bei Patienten mit vermehrter Produktion von Achselschweiß und der Akzeptanz eines operativen Verfahrens.

 

Die Schweißdrüsenentfernung ist eine suffiziente chirurgische Behandlungsmöglichkeit bei der Hyperhidrosis axillaris.

Viele Menschen leiden unter vermehrtem Schwitzen (Hyperhidrosis). Die Ursachen sind vielschichtig. Es sind zum Teil Erkrankungen aus dem Internistisch- endokrinologischen (hormonell) Bereich dafür verantwortlich. Häufig handelt es sich aber nicht um ein generelles Schwitzen am ganzen Körper sondern um eine vermehrte Achselschweiß-Bildung (Hyperhidrosis axillaris). Letztere tritt meist familiär gehäuft auf und kann durch das entfernen der Schweißdrüsen zuverlässig behandelt werden. Auch gibt es die Option ohne eine Operation auszukommen, wie sie im nächsten Absatz lesen können.

Ist Botox eine Alternative zur operativen Schweißdrüsenentfernung?

Eine konservative Behandlungsalternative zum Entfernen der Schweißdrüsen ist die Injektion des Nervengiftes Botulinumtoxin A. Es wirkt gut, aber zeitlich begrenzt. Der Vorteil besteht im geringen Aufwand einer Unterspritzung und der Nachbehandlung. Jedoch müssen relativ große Mengen Botulinumtoxin injiziert werden, so dass die Behandlung relativ teuer ist. Die Wirkung hält ca. 6 Monate lang an und muss im Anschluss erneuert werden um den Effekt aufrecht erhalten zu können. Die Therapie der Hyperhidrosis axillaris mit Botulinumtoxin ist gut geeignet für die Patienten, die eine operative Schweißdrüsenentfernung scheuen, aber nicht die langfristig höheren Kosten.

Da die Vorteile bei der operativen Schweißdrüsenentfernung oder besser Lipokürettage überwiegen, tritt die Behandlung mit Botulinumtoxin immer mehr in den Hintergrund.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Faltenbehandlung mit Botox.

 

 

Wie wird das Entfernen der Schweißdrüsen durchgeführt?

lipokuerettage-set saugkuerettageBild: Operationsinstrumente zum Entfernen der Schweißdrüsen. Die Kanülen (rechts und links) werden auf den Handgriff gesteckt (Mitte).

 

Das Entfernen der Schweißdrüsen wird meist in Sedierung (Dämmerschlaf) mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Man kann den Eingriff aber auch nur in örtlicher Betäubung planen. Nur bei sehr ängstlichen Patienten ist eine Vollnarkose nötig. Inklusive der Einwirkungszeit der Tumeszenzlösung muss man ca. 60-90 Minuten für den Eingriff einkalkulieren.

 

Die Schweißdrüsenabsaugung ist eigentlich nur ein Teil der Schweißdrüsenentfernung, wie im Folgenden erläutert wird. Der Beginn der Lipokürettage ist der Fettabsaugung gleich. Die Einstichstelle wird betäubt und anschließend die Tumeszenzlösung, die ua. Betäubungsmittel enthält injiziert. Nach einer Einwirkungszeit von 20-30 Minuten kann die eigentliche können die Schweißdrüsen entfernt werden. Ähnlich der Fettabsaugung werden nun, die durch die Tumeszenzlösung aufgequollenen Schweißdrüsen und teilweise auch Achselfettgewebe abgesaugt. Der Schnitt für die Saugkanülen misst ungefähr 5mm und liegt in der Achselfalte. Er ist nach der Schweißdrüsenentfernung praktisch nicht sichtbar. während der Op darf nicht zu tief in die Achselhöhle gestochen werden, sonst könnten wichtige Gefäße oder Nerven verletzt werden. Leider ist es unmöglich mittels Schweißdrüsenabsaugung auch die hautnahen Anteile der Schweißdrüsen zu zerstören. Daher muss nach den bisher beschriebenen Vorgängen eine teils recht aggressive Kürettage dieser Bereiche erfolgen. Eine gravierende Reduktion der Schweißproduktion ist nur auf diesem Wege erreichbar.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Die kleinen Einstichstellen werden am Ende der Schweißdrüsenentfernung ggf. mit einer Naht locker verschlossen. Es sollte Wundwasser, welches sich postoperativ ansammelt entweichen können. Danach wird ein Druckverband angelegt, der die Schwellung und die Wundwasseransammlung verringert. Auch soll die Blutergußbildung reduziert werden. In den ersten 1-2 Wochen nach dem Entfernen der Schweißdrüsen sollte der Wundheilung zu Liebe die Bewegung der Schultern und das Abspreizen der Arme auf ein Minimum reduziert werden. Danach kann mit Bewegungsübungen begonnen werden.

 

Welche Komplikationen können nach der Schweißdrüsenentfernung auftreten?

Obwohl die Lipokürettage in der erfahrenen Hand eines Plastischen Chirurgen äußerst komplikationsarm ist, können prinzipiell folgende Veränderungen auftreten:

  • Hautgefühlseinschränkung an der Oberarminnenseite:
    Durch die oben beschriebenen Handgriffe und durch den postoperativen Druckverband können im Anschluss an die Schweißdrüsenentfernung Hautnerven irritiert sein. Meist ist der Nervus intercostobrachialis  betroffen, der vom Brustkorb durch die Achsel in den Oberarm zieht. Das führt zu einer Gefühlsminderung an der Oberarminnenseite, die sich meist innerhalb von mehreren Tagen oder wenigen Wochen zurückbildet.
  • Absterben von Haut:
    Bei der operativen Entfernung der Schweißdrüsen ist die Aggressivität des Operateurs und der Grad der Verminderung der Schweißproduktion proportional. Je aggressiver man arbeitet, desto weniger Schweißdrüsen können überleben und desto weniger Schweiß wird in der Achselhöhle gebildet. Bei sehr aggressivem Vorgehen leidet jedoch die Achselhaut. Diese ist nach der Schweißdrüsenentfernung vom Untergrund gelöst und würde sich ohne Druckverband zeltartig aufspannen. Die Haut wird dann nur noch von den Gefäßen in der Lederhaut (Korium) ernährt. Bei starker Schädigung ist aber auch hier die Durchblutung eingeschränkt. In leichteren Fällen führt das zu Hautverfärbung oder Blasenbildung an der Achselhaut und heilt narbenlos ab. Bei schweren Fällen kann die komplette Hautschicht absterben, was den Heilungsverlauf verzögert. Selbst in diesen Situationen beweist die Achselhaut einen guten Heilverlauf, denn die Defekte schrumpfen und sind nach Abschluss der Wundheilung als Narbe schlecht sichtbar.
  • Ausdünnung der Achselbehaarung:
    Das Entfernen der Schweißdrüsen hat einen positiven Nebeneffekt. Durch den Eingriff werden auch einige Haarwurzeln geschädigt, so dass sich der Haarwuchs der Achseln oft vermindert.
  • Blutergüsse lassen sich im Allgemeinen durch adäquate Kompression und Immobilisation vermeiden. Wundwasserergüsse treten insbesondere dann auf, wenn die Patienten die Empfehlungen zur Immobilisation nicht einhalten und die Haut nach der Schweißdrüsenentfernung nicht zügig am Untergrund verkleben kann.
  • Narbenbildungsstörungen können bei Patienten Auftreten, die dieses Leiden vererbt bekommen haben. Wegen des nur sehr kleinen Hautschnittes sind stärkerer Narbenwucherungen kaum zu erwarten. Wenn die Wundflächen allerdings nach dem Entfernen der Schweißdrüsen im Zusammenhang mit einem Gewebeuntergang deutlich vergrößert sind können bei Patienten mit der Neigung zu sog. hypertrophen Narben oder schlimmer Keloid Narbenwucherungen entstehen. Daher ist es wichtig vor der Entfernung der Schweißdrüsen die Narbenbildungstendenz bei den Patienten abzufragen.

 

Kann eine erneute Schweißbildung nach dem Entfernen der Schweißdrüsen auftreten?

Die Schweißdrüsen sind außerordentlich hartnäckig. Selbst nach einer aggressiven Schweißdrüsenentfernung können sich einige Zellen regenerieren und führen zur erneuten Schweißbildung in der Achsel. Ziel der Behandlung kann es kaum sein die Achselhöhlen komplett trocken zu legen. Vielmehr ist eine deutliche Reduktion der Schweißbildung gewünscht.

Falls die Schweißdrüsenentfernung zu wenig radikal durchgeführt wurde und die Schweißbildung in den Achseln noch deutlich vermehrt ist, kann der Eingriff ohne weiteres wiederholt werden. Die Narben sollten bis dahin jedoch unauffällig, hell und weich sein. Dieses kann bis zu einem Jahr dauern.

Weiter Infos zu Verwandten Themen unter Fettabsaugen und Botox-Behandlung.


Aktualisiert am 22.02.2014

  • Lipokürettage zur Behandlung der axillären Hyperhidrosis und Hidradenitis:
    Suction-curettage: treatment for axillary hyperhidrosis and hidradenitis - Ong WC, Lim TC, Lim J, Leow M, Lee SJ - Plast Reconstr Surg. 2003 Feb;111(2):958-9.
  • Schweißdrüsenentfernung bei axillärer Hyperhidrosis:
    Surgical treatment of axillary hyperhidrosis: a study comparing liposuction cannulas with a suction-curettage cannula - Bechara FG, Sand M, Sand D, Altmeyer P, Hoffmann K - Ann Plast Surg. 2006 Jun;56(6):654-7