Der große Brustmuskel: Musculus pectoralis major

Brustmuskel: M. pectoralis major

 

1, M. pectoralis major - großer Brustmuskel

Der M. pectoralis major, der große Brustmuskel, ist der kräftigste vordere Schultermuskel und lässt sich folgendermaßen unterteilen:

  • 1a, Pars clavicularis (Schlüsselbein-Anteil)
  • 1b, Pars sternocostalis (Brustbein-Rippen-Bereich)
  • 1c, Pars abdominalis (Bauchbereich)

Die Muskelfasern des kräftigen M. pectoralis major verlaufen fächerförmig von der Schulterregion in Richtung seiner Ursprünge. Ansatznah verdreht sich der Brustmuskel, so dass die Fasern der Bauchregion am oberen Teil der Crista tuberculi majoris, die oberen Fasern vom Schlüsselbein jedoch am unteren teil der Crista inserieren.

 

  • Funktion: Adduktion bes. in Elevationsstellung (führt den Arm effektiv zur Mitte besonders in angehobener Stellung (Liegestütze mit breitem Stand der Hände); Einwärtsdrehung; die Pars clavicularis hilft beim Armheben nach vorn, zieht den Rumpf bei fixiertem Arm an den Arm (Klimmzüge)
  • Ursprung: Schlüsselbein (dem Brustbein zugewandte Hälfte); 2.-7. Rippenknorpel; vorderes Blatt der Rectusscheide (äußere Hülle des geraden Bauchmuskels)
  • Ansatz: Crista tuberculi majoris humeri (großer Oberarmhöcker)
  • Innervation: Nn. pectorales mediales und laterales

 

 

Bei der Brustaugmentation mittels Silikonimplantaten nimmt der große Brustmuskel eine besondere Stellung ein, was die Lage der Implantate angeht. Bei sehr schlanken Frauen entscheidet sich der Plastische Chirurg meist für eine Lage unter den M. pectoralis major. Dieses wird subpectorale Implantatlage genannt.
Auch in Hinblick auf Defektdeckungen ist der M. pectoralis major ein wichtiger Muskel für den Plastischen Chirurgen. Insbesondere bei Defekten im Bereich des Brustbeins, meist nach komplikativen Heilverläufen nach Brustkorberöffnungen in Zusammenhang mit Herzbypassoperationen, wird der große Brustmuskel von seinen Ursprüngen am Brustbein gelöst und in den Defekt verschoben, um eine rasche Wundheilung zu gewährleisten. Diese Pectoralis-Lappenplastik kann ein- oder beidseitig durchgeführt werden.
Bei fortgeschrittenem Brustkrebs ist eine Infiltration des Tumors zunächst in den M. pectoralis major zu beobachten, bis er dann weiter in die tiefere Regionen der Brustwand vordringt. Zur Vermeidung solcher dramatische Verläufe ist nach wie vor die Brustkrebsfrüherkennung die stärkste Waffe.

Bild unten : M. pectoralis major mit seinen 3 Anteilen.

  • 1, M. pectoralis major
    • 1a, Schlüsselbeinanteil
    • 1b, Brustbein-Rippen-Anteil
    • 1c, Bauchanteil
  • a, M. sternocleidomastoideus
  • b, Schlüsselbein (Clavicula)
  • c, Brustbein
  • d, M. serratus anterior - vorderer Sägemuskel
  • e, M. biceps brachii
  • f, M. coracobrachialis
  • g, M. deltoideus
  • h, Akromion des Schulterblattes
  • i, M. trapezius - Kappenmuskel

Musculus pectoralis major


Aktualisiert am 03.06.2011

  • Hernien - Schumpelick - Thieme - 2000

Literatur

  • Atlas der Anatomie des Menschen - Sobotta - Urban und Fischer - 2 Bände - München, Jena 2000
  • Operationsatlas Handchirurgie - Pechlaner - Thieme - Stuttgart 1998
  • Anatomie des Menschen - Lehrbuch und Atlas - Rauber / Kopsch - Thieme - 4 Bände - 1987
  • Anatomy of the Human Body - Henry Gray - Lea & Febiger