Lipödem Therapie und Behandlung

Lipödem Therapie

 

Beim Thema Lipödem Therapie kann man eine konservative und eine operative Behandlung voneinander unterscheiden. Ziel ist in jedem Fall die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten zu blockieren. Kosmetische Aspekte spielen bei den meisten erkrankten Frauen nur eine untergeordnete Rolle, denn oftmals schränken die Beschwerden schon in geringen Stadien der Erkankung das Leben im Alltag und im Beruf sehr stark ein. Äußerst wichtig ist die Differenzierung zwischen anderen Erkrankungen, die ebenfalls zu Schwellungen, Schmerzen, und Spannungsgefühlen führen können oder die als Begleiterkrankung die Symptome des Lipödems verschlimmern können. Mehr ins Detail gehen wir im Artikel über die Beschwerden beim Lipödem. Hier finden Sie auch Infos zu wichtigen Differentialdiagnosen.

 

Die operative Behandlung besteht darin das Fett mittels Liposuktion abzusaugen. Im Beitrag über die Liposuktion beim Lipödem finden Sie nähere Informationen dazu.

 

Über die Maßnahmen, die man ergreifen kann ohne sich einer Operation zu unterziehen erfahren sie auf dieser Seite näheres.

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Die Lipödem Therapie ohne Operation

Im Folgenden werden die bestehenden Möglichkeiten dargestellt die zur konservativen Therapie des Lipödems zur Verfügung stehen.

  • Die Kompression steht bei der konservativen Behandlung im Vordergrund. Es werden maßgeschneiderte Kompressionsmieder mit hoher Kompression individuell angefertigt. Die Textilien sind im Vergleich zur Stangenware recht teuer, sollten jedoch um so passgenauer sein. Das Anziehen dieser strammen Textilien erfordert häufig viel Kraft. Die Wirkung ist passager, d.h. wenn die Miederware nicht mehr getragen wird, kommt es bei den meisten wieder rasch zur Schwellung mit den folgenden Beschwerden. Die Kompressionstherapie soll mechanische Hindernisse beseitigen (insbesondere Innenseite der Oberschenkel), das Ödem (Schwellung) reduzieren, die Schmerzen lindern und zu einer Reduktion der Hämatomneigung führen.
  • Die MLD (manuelle Lymphdrainage) wird mehrfach in der Woche durchgeführt und kann soweit möglich eigenständig zu hause weitergeführt werden. Die Linderung der Symptome erfolgt wie im vorigen Abschnitt beschrieben.
  • Die AIK (apparative intermittierende Kompression) sind im Grunde genommen Hosen deren Inneres sich maschinell mit Luft füllen lässt. Durch den dadurch entstehenden Druck hat man eine ähnliche Wirkung wie bei der Kompressionsware beschrieben. Der passagere Charakter dieser Behandlung und die Art der Beschwerdelinderung sind dem Effekt der Miederware sehr ähnlich. Die AIK kann in einigen Physiotherapeutischen Zentren durchgeführt werden, oder man kauft sich für wenige Tausend Euro ein Gerät für den Hausgebrauch. Die Geräte sind auch oft unter der Bezeichung IPK (Intermittierende Pneumatische Kompression) zu finden.
  • Auch Bewegungstherapie wird oftmals verordnet um den Abfluss des Gewebewassers und der Lymphe zu fördern.
  • Ein weiterer Begriff, den man kennen sollte, ist die KPE, die kombinierte physikalische Entstauungstherapie. Diese besteht in der Anwendung der oben beschriebenen Kompressionstherapie, der manuellen Lymphdrainage, der Bewegungstherapie und einer Hautpflege.
  • Viele Patienten sind wegen der Beschwerden und der kosmetischen Dysmorphie psychologisch beeinträchtigt. Insbesondere bei einer Minderung des Selbstwertgefühls, einer sozialen Isolation oder depressiven Störungen ist eine begleitende psychologische Unterstützung von großem Vorteil.

 

In den meisten Fällen werden diese Behandlungen ambulant durchgeführt. Die stationäre Therapie beschränkt sich auf stark fortgeschrittene Stadien und hartnäckige Fälle.

 

Verhalten zur Unterstützung der Behandlung

Auch wenn die Regel gilt, dass das Lipödem Diätresistent ist, kann man doch einiges tun um die Gefahr zu reduzieren, dass sich dieser Erkrankung zusätzlich eine Fettsucht aufpfropft. Gerade in Kombination mit einer konservativen Therapie ist die Gewichtskontrolle sehr wichtig, um extreme Fettablagerungen zu verzögern oder zu minimieren. Dementsprechend sollte man darauf achten die Energiebilanz nicht entgleisen zu lassen.

 

Auch beim Lipödem ist es wichtig sich kalorienbewusst zu ernähren und sich nicht zu viel Energie zuzuführen:

  • etwas weniger Essen
  • Fettreduktion
  • Reduktion von Rohrzucker (Glucose)
  • Nach 19.00 Uhr nichts mehr essen.
  • u.a.

Weiterhin sollte man dafür Sorge tragen, dass Energie verbraucht wird. Hier geht es nicht darum am Marathon teilzunehmen, sondern einfach darum das Bewusstsein für die Energieverbrennung zu schulen. Auch ist klar dass gerade beim stark fortgeschrittenen Lipödem die Bewegung durch an der Innenseite der Oberschenkel scheuernde Haut-Fett-Lappen kaum möglich ist. Dennoch einige Anregungen:

 

  • Für kleine Wege anstelle des Autos auch mal das Fahrrad nehmen.
  • Anstelle des Lifts auch an die Treppe denken. Gerade wenn es sich nur um 1-2 Etagen handelt.
  • Am Wochenende Spaziergänge machen. Oder lieber noch einen Abendspaziergang anstelle des Abendkrimis.
  • Walking sollte im Stadium I-II möglich sein.
  • Wassergymnastik
  • u.v.m.

Diese allgemeinen Empfehlungen sind sowohl bei der konservativen als auch bei der operativen Therapie hilfreich zur Unterstützung.

 

Aktualisiert am 04.06.2016