Ektropium

Das Wort Ektropium hat einen griechischen Ursprung: ektrepein bedeutet ‚nach außen wenden'. Ein Synonym ist Ektropion. Ektropionieren bedeutet das nach außen stülpen des Unterlides bei der Augenuntersuchung.

Was ist ein Etropium?

Beim Ektropium handelts es sich (im Gegensatz zum Entropium) um ein nach außen gestülptes Unterlid. Die Ursachen können vielfältig sein.

  • Das Narben-Ektropium (E. cicatriceum) kann nach Verletzungen oder stattgehabten Operationen im Lidbereich auftreten. Die Narben können oberflächlich sichtbar sein oder in der Tiefe verborgen. Bei der Unterlidkorrektur wird u.a. eine sog. Kanthopexie durchgeführt, um einem postoperativen Ektropium vorzubeugen.
  • Tumore können ebenfalls zu Veränderungen im Sinne eines Ektropion führen.
  • Schwere Tränensäcke können das Ektropium begünstigen oder vertärken.
  • Das Alters-Ektropium (E. senile) ist das häufigste Ektropium und Folge der Gewebserschlaffung im Alter.
  • Auch bei der Lähmung des Gesichtsnerves (Fazialisparese) ist diese Veränderung typisch (E. paralytikum).
  • Die Lidrandentzündung (Blepharitis) kann ebenfalls mit einem Ektropium einhergehen.

Welche Symptome und Beschwerden sind typisch?

Das leichte Ektropium macht in der Regel keine Beschwerden und ist eher ein kosmetisches Problem. Bei stärkerer Ausprägung können Bindehautentzündungen entstehen und die Patienten beklagen Tränenträufeln (durch Auswärtsdrehung des Tränenpünktchens), Augentrockenheit und ein lästiges Fremdkörpergefühl.

Wie sieht die Ektropium-Behandlung aus?

Konservativ können entsprechende Augensalben oder Ersatztränenflüssigkeit gegeben werden und das Unterlid getapet (mit Pflasterstreifen fixiert). Letzteres mach Sinn, wenn das Problem offensichtlich passager ist zum Beispiel bei einer Infektion.

Bei starkem Ektropium mit entsprechenden Beschwerden muss operiert werden. Je nach Problematik gibt es verschieden Optionen der Operation. Hier einige Beispiele:

  • Die Kanthopexie ist eine Aufhängung am äußeren Lidwinkel.
  • Narbenkorrektur beim Narben-Ektropium.
  • Unterlidverkürzung (Tarsoraphie)
  • Die Korrektur der Lage des Tränenpünktchens kann durch eine spindelförmige Gewebsreduktion an der Lidinnenseite erfolgen.

Aktualisiert am 16.02.2014