Morbus Dupuytren Operation

morbus dupuytren grad IV

 

 

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Bild: Morbus Dupuytren Grad IV nach Iselin.

 

 

Fakten zum Morbus Dupuytren:

  • 1,5-2 Millionen Deutsche sind vom Morbus Dupuytren betroffen.
  • Die Erkrankung tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf.
  • Am häufigsten ist der Morbus Dupuytren im 4. und 5. Lebensjahrzehnt.
  • Der Morbus Dupuytren kann mit anderen Fibromatosen assoziiert sein (siehe unten)
  • Bei Asiaten und Afrikanern sind nur Einzelfälle bekannt.

Die folgenden Synonyme sind geläufig:Dupuytren Kontraktur, Fibromatose der Palmarfaszie, Palmarfibromatose.

 

 

Wissenswertes zur Geschichte:

Der französische Arzt Baron Guillaume Dupuytren war nicht der Erstbeschreiber des Morbus Dupuytren! Er war der Erste, der bei dieser Erkrankung eine Operation durchführte - bereits im Jahre 1831. Die ersten Beschreibungen einer Beugeverkrümmung der Finger, die der heutigen Bezeichnung Morbus Dupuytren entsprechen, sind auf den Basler Anatomen Felix Platter im Jahre 1614 zurückzuführen. Die erste Erwähnung liegt womöglich im 12. Jahrhundert. In der Magnus-Saga von Orkney in Schottland wird von einer Fingerverkrümmung an der Hand berichtet.

 

Wie entsteht der Morbus Dupuytren?

Die genaue Ursache des Morbus Dupuytren ist unklar. Er wird aber oft vererbt. Auch ist ein Zusammenhang mit Lebererkrankungen, Zuckerkrankheit und der Einnahme von Antiepileptika bekannt.

Die Dupuytren Erkrankung fällt zu Beginn durch die Ausbildung derber Stränge oder knotiger Veränderungen meist an der Hohlhand auf. Später ist eine Streckhemmung/ Beugekontraktur der Finger zu beobachten. Am häufigsten sind der Klein- und Ringfinger betroffen. Der Morbus Dupuytren tritt aber auch an den anderen Fingern einschließlich des Daumens auf, wo ein Strang oft in der ersten Zwischenfingerfurche zu tasten ist, welcher die Abspreizung des Daumens einschränkt. Die Streckhemmung der Finger ist Folge der gutartigen Vermehrung von Kollagen. Ähnlich einer überschießenden Narbenbildung werden die Stränge und Knoten des Dupuytren immer härter und ziehen sich schließlich zusammen. Die Struktur, welche die oben beschriebenen Veränderungen erfährt wird Palmarfaszie genannt. Sie ist eine feste, normalerweise recht schlanke Faserschicht, die zwischen der oberflächlichen und tiefen Fettschicht der Hohlhand lokalisiert ist und sich vom Handgelenk bis zu den Fingern aufspannt.

fingerknötchen-Polster = knuckle padsBild: Beim Morbus Dupuytren treten gelegentlich sog. Fingerknötchen-Polster = Knuckle pads auf der Streckseite der Finger auf. Hier an den Mittelgelenken vom Ringfinger und Kleinfinger.

Wo kann die Fibromatose noch auftreten?

Der Morbus Dupuytren, bzw. die Fibromatose, ist nicht nur an der Hand zu finden.

  • Beim Morbus Ledderhose (Plantarfibromatose) bilden sich die Stränge an der Fußsohle. Das gemeinsame Auftreten von Morbus Ledderhose und Morbus Dupuytren ist am häufigsten anzutreffen.
  • Beim Morbus Peyronie (Induratio penis plastica) sind Verhärtung am Penis vorhanden, die zu dessen Deformation führen können.
  • Die Fasciitis nodularis, ist eine Verhärtung an der Bauchwand.
  • Extrem selten sind Fibromatosen an Ohrmuschel, Zunge oder Unterarm.

Welche Beschwerden sind typisch für den Morbus Dupuytren?

Zu Beginn bestehen beim Morbus Dupuytren keine Beschwerden. Es lassen sich nur leichte knotige oder strangförmige Verhärtungen in der Hohlhand tasten. Allerdings können die knotigen Veränderungen der Hohlhand auch bei noch geringer Ausprägung Beschwerden auslösen. Beim kräftigen Zupacken kommt es dann zu mäßigen aber lästigen Druckschmerzen.

Im späteren Verlauf des Morbus Dupuytren breiten sich diese Veränderungen weiter aus und führen zur Beugefehlstellung meist des Klein- und/ oder Ringfingers. Wie bereits beschrieben können die anderen Finger und die gesamte Hohlhand betroffen sein. Im Endstadium liegen die Finger an der Hohlhand an und können nicht mehr bewegt werden.

Das Hauptproblem stellt jedoch die Einschränkung der Fingerstreckung dar.  Der Erkrankte bleibt oft mit der Hand hängen (z.B. am Rand der Hosentasche, oder an Taschen). Weiterhin ist die Greiffunktion der Hand in Bezug auf die Kraftentfaltung und die Feinmotorik deutlich eingeschränkt. Eine Griffunsicherheit erhöht auch die Unfallgefahr.

 

Was wird bei der konservativen Dupuytren-Behandlung gemacht?

Dupuytren Erkrankung im Stadium 3Bild: Morbus Dupuytren Stadium III nach Iselin.

Es wurden bereits viele Versuche unternommen den Morbus Dupuytren mittels konservativer Behandlung in Griff zu bekommen, leider ohne wirklichen Erfolg.

  • Pharmakodynamische Exhärese - Mit einer Unterspritzung eines Gemisches aus Hyaluronidase und Trypsin, wurden nur kurzfristige Teilerfolge erzielt (Hueston 1974, Lamb 1981).
  • Kollegennasebehandlung - Die Rezidivrate liegt nach 2 Jahren bei 25 % (Mc Carthy 1992). Es können enzymatische Sehnenrisse und Nervenschädigungen hervorgerufen werden.
  • Allopurinol - Verbesserung der Gelenkstreckung um ca. 8° nach Murrel (1987). Eine strärkere Verbesserung war nur in Einzelfällen zu beobachten.

Für die Wirksamkeit folgender konservativer Maßnahmen, in der Dupuytren-Behandlung, existiert bislang kein wissenschaftlicher Nachweis: Kortisoninjektion, Kryotherapie, Lasertherapie, Stoßwellentherapie.

Ist eine Bestrahlung ist beim Morbus Dupuytren eine Option?

Auch die Bestrahlung ist eine Therapieoption ohne Operation. Jedoch sollten die möglichen Nebenwirkungen, die auch erst nach Jahren (Spätfolgen!) auftreten können nicht verschwiegen werden. Dazu gehören:

Strahlengeschwüre (Ulzeration) - Durch die Schädigung der Haut und der tieferen Strukturen können nach der Dupuytren-Bestrahlung diese Gewebe zum teil untergehen. Tiefere Strukturen, wie Sehnen, Nerven oder gar Knochen können dann frei liegen und stark infektionsgefährdet sein. Da die bestrahlte Haut kaum regenerationsfähig ist, ist die Therapie dieser Strahlengeschwüre erschwert.

Durch weitere Veränderungen (ähnlich einer Vernarbung) können Narbenverziehungen, Nervenzerstörungen, Gefäßverschlüsse, Lymphbahnverschlüsse, ... die Folge sein.

Auch das Risiko für einen Narbenkrebs im bestrahlten Gebiet ist nicht zu unterschätzen. In einer Studie von Dufourmentel (1988) beträgt das Risiko für einen Hautkrebs nach einer Strahlenschädigung (Radiodermatitis) der Hand immerhin 20%. Sollte man also den gutartigen Morbus Dupuytren wie einen bösartigen Tumor bestrahlen?

 


Aktualisiert am 25.03.2016

  • Dupuytren ’s Desease - Tubiana, Leclercq, Hurst, Badalmente, Mackin -Informa HealthCare; 1 edition - 2000
  • Morbus Dupuytren: Ein chirurgisches Therapiekonzept - Brenner, Ghazi, Rayan, Millesi - Springer - Wien 2003
  • Green’s Operative Handsurgery - Green, Hotchkiss, Pederson, Wolfe - Elsevier Churchill Livingstone - Fifth Edition
  • Operationsatlas Handchirurgie - Pechlaner - Thieme -Stuttgart 1998