Operation beim Morbus Dupuytren

Operation bei Morbus Dupuytren

 

 

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Wenn der Morbus Dupuytren Beschwerden verursacht oder zeigt sich eine beginnende Verkrümmung der Finger, sollte über eine Operation nachgedacht werden. Wird der Zeitpunkt unnötig weit hinaus gezögert, ist die Operation meist um einiges komplizierter, als bei einer zeitgerechten Indikationsstellung. Allerdings ist es auch absolut unsinnig Verhärtungen zu entfernen, die keine Beschwerden machen. Im Folgenden werden die wichtigsten Strategien erläutert.

Die Nadelfasziotomie ist eine kleine Operation des Morbus Dupuytren.

Die Nadelfasziotomie, auch Fibrosenperforation genannt, zählt zu den am wenigsten invasiven Behandlungsstrategien des Morbus Dupuytren. Sie kann in örtlicher Betäubung erfolgen und dauert oft nur wenige Minuten. Es wird mit einer Nadel oder einem sehr feinen Messer durch die Haut gestochen und die Stränge ...

-> weiteres im Beitrag Nadelfasziotomie - Fibrosenperforation bei Dupuytren-Erkrankung

Die Minimal invasive Strangteilentfernung als Kompromiss.

Zwischen dem kleinsten Eingriff (Nadelfasziotomie) zur Therapie des Morbus Dupuytren und der Standard-Operation existiert eine Zwischenlösung - und zwar die minimal invasive Strangteilentfernung. Dabei wird in der Regel in örtlicher Betäubung über dem zur Kontraktur führenden Strang ein kleiner Schnitt angelegt, der 1-1,5cm lang ist.

Der Dupuytren Strang wird unter Sicht mit Lupenbrille dargestellt und durchtrennt. Nun greift man sich die jeweiligen Enden und entfernt so viel, wie unter Sicht möglich (meist 1-2cm in beide Richtungen). Dieses kann man an mehreren Stellen durchführen. Schließlich werden die Schnitte vernäht.

Diese Op-Technik bietet sich insbesondere in folgenden Fällen an:

  • langsam wachsende Stränge
  • Angst vor der klassischen Operation
  • Wunsch nach einer schnellen Einsatzbereitschaft der Hand
  • mittelschwere Nebenerkrankungen
  • Notwendigkeit der Blutverdünnung

Der Eingriff ist invasiver als die Nadelfasziotomie. Jedoch ist die Hand deutlich schneller wieder einsatzfähig (meist nach 2,5-3 Wochen), als bei der klassischen Op. Im Gegensatz zur Nadelfasziotomie wird unter Sicht operiert, so dass Nerven, Gefäße und Sehnen adäquat dargestellt und geschont werden können, selbst wenn ihre Lage durch die Strangbildung untypisch ist.

Insgesamt wird deutlich weniger an verändertem Gewebe entfernt, weshalb mit einem früheren Kontraktur-Rezidiv gerechnet werden muss, als bei der klassischen Operation.

Wie sieht die Standard-Operation beim Morbus Dupuytren aus?

Beim Morbus Dupuytren hängt die Operation sehr stark vom Schweregrad der Erkrankung ab. während bei der Operation im Anfangsstadium meist keine Besonderheiten zu erwarten sind, kann die Operation im fortgeschrittenen Stadium sehr kompliziert werden. Daher sollte man für eine OP nicht bis zum Endstadium abwarten.

Operation im Anfangsstadium

Ist der Morbus Dupuytren noch nicht zu weit fortgeschritten, wird nach zickzackförmigem Hautschnitt das krankhaft veränderte Gewebe freigelegt und entfernt. Bei der Operation müssen die Nerven und Gefäße der Hand geschont werden. Schon ein zu starkes Quetschen eines Nerven mit der Pinzette kann bleibende Schäden verursachen. Im Anfangsstadium und bei mittleren Stadien des Dupuytren ist eine ambulante Operation möglich, wenn sonst keine Gründe dagegen sprechen. Auch sind weitere Maßnahmen, die im nächsten Kapitel beschrieben werden nicht erforderlich (Hauttransplantation, Gelenkruhigstellung mit Draht)

Bild: Operation bei Morbus Dupuytren Grad 2; Z-förmiger Schnitt; Zwischen dem Gelblichen Fettgewebe ist der weiß durchschimmernde Strang zu erkennen. Die Sehnen und Gefäß-Nerven-Bündel liegen in diesem Fall noch etwas tiefer.

 

Operation im fortgeschrittenen Stadium

Bei fortgeschrittenem Morbus Dupuytren ist des Öfteren ein stationärer Aufenthalt anzuraten. Die Haut an der Beugeseite der Finger ist manchmal derart geschrumpft, dass bei der Fingerstreckung  nach Entfernung der Stränge ein regelrechter Hautdefekt entsteht. In solchen Fällen  wird die Defektdeckung durch eine Hautverschiebung oder durch eine Hauttransplantation erreicht. Wegen der persistierenden Beugestellung kann auch eine ausgeprägte Schrumpfung der Gelenkkapseln vorhanden sein. Mittels Gelenkmobilisation (Dehnung/ Lösen mit dem Skalpell) erfolgt dann die Begradigung. Manchmal ist es in diesen Fällen erforderlich, das mobilisierte Fingergelenk vorübergehend durch einen Draht zu fixieren, der durch das Gelenk gebohrt wird (temporäre Arthrodese), um ein Wiederauftreten der Beugefehlstellung im Rahmen der Narbenschrumpfung zu vermeiden.

Das Endstadium ist beim Dupuytren mit der kompletten Verkrümmung der Finger und der Steifstellung der Gelenke erreicht. Bei solchen Befunden kann in seltensten Fällen eine Amputation eines Fingers notwendig werden, insbesondere wenn es sich um bereits voroperierte Finger handelt.

Den Eingriff kann in iv. Regionalanästhesie mit Dämmerschlaf, Plexusanästhesie (Betäubung in der Achselhöhle) oder in Vollnarkose erfolgen. Bei einem mittleren Operationsaufwand und wenn keine Gründe (Nebenerkrankungen, extreme Befunde) dagegen sprechen, kann die Operation bei intensiven Nachkontrollen ambulant durchgeführt werden.

 

 

Gips nach der Operation

 

Bild: Gips nach der Operation: Die Form des Gipses muss dem Befund und der Ausdehnung der Operation angepasst werden. In diesem Fall wurden die Stränge an der Hohlhand, Klein-, Ringfinger und in der Falte zwischen Daumen und Zeigefinger operativ entfernt!

 

 

Ist eine Heilung des Morbus Dupuytren durch die Operation möglich?

Selbst wenn es sich um einen erfahrenen und sorgfältigen Operateur handelt, so kann man den Morbus Dupuytren durch einen Eingriff nicht heilen. Ziel ist möglichst viel des veränderten Gewebes zu entfernen, damit es Jahre dauert, bis sich wieder ein Knoten oder Strang zeigt.


Aktualisiert am 15.08.2015

  • Dupuytren ’s Desease - Tubiana, Leclercq, Hurst, Badalmente, Mackin -Informa HealthCare; 1 edition - 2000
  • Morbus Dupuytren: Ein chirurgisches Therapiekonzept - Brenner, Ghazi, Rayan, Millesi - Springer - Wien 2003
  • Green’s Operative Handsurgery - Green, Hotchkiss, Pederson, Wolfe - Elsevier Churchill Livingstone - Fifth Edition
  • Operationsatlas Handchirurgie - Pechlaner - Thieme -Stuttgart 1998