Komplikationen der Brustverkleinerung

Komplikationen der Brustverkleinerung

 

 

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Kann eine Brusterschlaffung nach der Brustverkleinerung auftreten?

 

Auch nach der Brustverkleinerung ist die Brust dem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt und wird mit der Zeit schlaffer. Da das Gewicht, welches auf die Haut lastet aber reduziert wurde, tritt die Brusterschlaffung deutlich später und langsamer auf, als dieses ohne Brustverkleinerung der Fall gewesen wäre.  Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass man versucht größerer Gewichtsschwankungen zu vermeiden. Durch die Gewichtszunahme wird die Haut wieder überdehnt und kann bei einer erneuten Abnahme eine Erschlaffung zur Folge haben, die das Ergebnis der zuvor durchgeführten Brustverkleinerung schmälert.

Welche Komplikationen sind bei einer Brustverkleinerung möglich?

 

Ihr Plastischer Chirurg sollte Sie ausführlich über Komplikationen und deren Warnzeichen aufklären, um diese vermeiden, rechtzeitig erkennen und suffizient behandeln zu können, damit Schlimmeres verhindert werden kann.
Im Folgenden werden die wichtigsten Komplikationen kurz beschrieben, welche bei der Brustverkleinerung auftreten können:

  • Postoperative Schwellung:
    Nach der Brustverkleinerung ist eine postoperative Schwellung (auch seitenungleich) normal. Sie kann durch kleinere Blutergüsse oder Wundwasserergüsse stärker ausgeprägt sein. Auch gewisse Verhärtungen sind postoperativ normal. Diese Veränderungen verbessern sich schon in den ersten postoperativen Wochen.
  • Blutergüsse:
    Bei der Brustverkleinerung entstehen größere Wundflächen. Daher ist es besonders wichtig eine akkurate Blutstillung durchzuführen. Mit anschließender Kompression und der Einlage von Drainagen sind größere Blutergüsse bei Patienten ohne Gerinnungsstörungen selten. Kleinere Hämatome kann der Körper selbst abbauen, größere bedürfen ggf. einer operativen Entfernung.
  • Blutungen:
    Diese lassen sich in der Regel durch sorgfältige Blutstillung und abschließende Kompression vermeiden. Es gelten die unter Blutergüsse beschriebenen Dinge. Auch durch ein sehr frühzeitiges Ziehen der Drainagen nach der Brustverkleinerung können verklebte Gefäße aufgehen und erneut Bluten. Wichtig ist vor der Operation alle Blutverdünner rechtzeitig abzusetzen, um nicht das Blutungsrisiko unnötig zu erhöhen.
  • Narbenbildungsstörungen nach der Brustverkleinerung:
    Sogenannte hypertrophe Narben (oder im schlimmeren Falle Keloide) können bei Menschen mit entsprechender vererbter Störung gelegentlich auftreten. Diese sind dann mit speziellen Salben und ggf. Kortisoninjektionen u.a. mehr oder weniger behandelbar. Wenn eine Störung der Narbenbildung bekannt ist, muss je nach Schweregrad ernsthaft überlegt werden, ob eine Brustverkleinerung überhaupt durchgeführt werden soll.
  • Infektionen:
    Das Risiko für Infektionen sollte durch hochsteriles Arbeiten und ggf. einer Antibiotikaprophylaxe reduziert werden. Wenn sich intraoperativ Zysten zeigen, gilt dieses in besonderem Maße.
  • ‚Dog-Ears‘ zu Deutsch Hundeöhrchen:
    An den beiden Enden der horizontalen Schnittflächen entsteht ein Hautüberschuss. Je extremer der Befund ist, desto ausgedehnter wird die Brustverkleinerung ausfallen und umso stärker ist schließlich der Hautüberschuss. Da dieser kleinen Hundeöhrchen ähnelt, werden sie ‚Dog-Ears‘ genannt. Diese kann man durch bestimmte Nahttechniken man sie reduzieren. Man setzt darauf, dass sie innerhalb von 3-6 Monaten schrumpfen und am Ende nicht mehr sichtbar sind. Kommt der gewünschte Schrumpfungseffekt nicht ausreichend zum Tragen, dann kann man eine kleine Korrektur in örtlicher Betäubung vornehmen.
  • Hautgefühl in den Brustwarzen nach der Brustverkleinerung:
    Eine Verschlechterung oder die Taubheit der Brustwarzen müssen nach der Brustverkleinerung erwartet werden, zumal die zuführenden kleinen Hautnerven zum größten Teil durchtrennt werden. Dennoch ist bei vielen Patienten das Gefühl in der Brustwarze postoperativ noch erstaunlich gut. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer kompletten Taubheit nach der Brustverkleinerung. Dieses gilt insbesondere bei Befunden, bei denen die Brustwarzen um über 10cm angehoben werden müssen.
  • Die „Kummerecke“:
    Ähnlich wie bei der Bruststraffung und Bauchstraffung beschrieben gibt es auch bei der Brustverkleinerung sog. 'Kummerecken'. Diese beziehen sich auf die Stelle in der Unterbrustfalte, an der sich der vertikale und horizontale Schnitt bei der T-Schnitt- Brustverkleinerung treffen. Hier ist die Durchblutung vermindert durch die Tatsache, dass drei Hautläppchen aufeinander treffen und zusätzlich mehr Spannung auf der Naht liegt. Daher sind Wundheilungsverzögerungen hier häufiger anzutreffen. Auch kann die Narbe breiter werden, als an anderen Stellen der Naht. Eine kleine Narbenkorrektur kann man nach ca. 6 Monaten in örtlicher Betäubung planen, wenn die Narben ausgereift sind.
  • Aufreißen der Wunde / Naht:
    Bei zu viel Spannung und zu viel Bewegung des Brustkorbes kann die Naht überstrapaziert werden und reißen. Daher sollte man sich insbesondere in der ersten Woche nach der Brustverkleinerung Die Bewegung in Schultern und Armen reduzieren. Insbesondere Überkopfbewegungen der Arme sind mehrere Wochen lang zu vermeiden.
  • Absterben von Gewebe:
    Insbesondere bei starken Rauchern und bei extremen Brustmaßen ist es möglich, dass die Durchblutung der Brustwarzen nicht ausreicht, um diese zu versorgen. Es können dann Teile oder sogar die ganze Brustwarze absterben. Allerdings kann man während der Operation die Durchblutungssituation einschätzen. Wenn dies nicht ausreicht würde man sich für eine Transplantation der Brustwarzen bzw. Brustwarzenhöfe entscheiden. Diese wachsen in der überwiegenden Zahl ein. Allerdings ist dann das Hautgefühl komplett gestört, d.h. die Brustwarzen bleiben taub. Um die Durchblutung nicht noch zusätzlich zu gefährden ist es wichtig vor und nach der Brustverkleinerung auf Zigaretten zu verzichten.
  • Wundwasserergüsse = Serome:
    Bei der Brustverkleinerung entstehen relativ große Wundflächen, die je nach individueller Neigung Wundwasser produzieren können. Meist kommt es nicht zu nennenswerten Veränderungen. Manchmal entstehen kleinere und mittelgroße Serome, die sich mit der Zeit selbst auflösen. Die größeren Wundwasserergüsse müssen manchmal mit einer Kanüle punktiert werden.
  • Kosmetisch unbefriedigendes Ergebnis:
    Im Rahmen eines effektiven Beratungsgespräches sollten die Erwartungen des Patienten und das mögliche operative Ergebnis in Einklang gebracht werden, um Enttäuschungen zu vermeiden. Bei Asymmetrien, suboptimaler Narbenheilung, u.a. kann durch eine Korrekturoperation Abhilfe geschaffen werden.
  • Thrombose und Embolie nach der Brustverkleinerung:
    Eine Thrombose-Prophylaxe mit Heparin und Stützstrümpfen ist anzuraten.
  • Auf das Risiko der Narkose / Betäubung wird hier nicht eingegangen.

 

Aktualisiert am 03.12.2015

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