Karpaltunnel | Die Anatomie des Carpaltunnels

Karpaltunnel-Anatomie mit Nervus Medianus und Beugesehnen

 

Informationen zum KTS finden Sie unter Karpaltunnelsyndrom.


Begriffserläuterung

Der Karpaltunnel wird auch Karpalkanal genannt. Wie der Wortteil karpal = Handwurzelbereich (Carpus = Handwurzel) schon aussagt, befindet sich der Karpaltunnel im Bereich der Handwurzel und zwar beugeseitig. Er verläuft hier ungefähr in der Handgelenk-Mittellinie.

Bild: Karpaltunnel mit Beugesehnen (schwarze Flecken), Nervus Medianus (großer gelber Fleck), Queres Handgelenksband = Karpalband = Retinaculum flexorum (hellere Linie über dem Karpaltunnel); 1, Kleinfingerballenmuskulatur 2, Hakenbein mit sichtbarem Haken 3, Kopfbein 4, kleines Vieleckbein 5, Daumenballenmuskulatur 6, erster Mittelhandkonochen (Daumen). Weitere Details zum Handgelenk finden Sie unter Handgelenk-Anatomie.

Synonyme u.a.: Karpalkanal, Carpaltunnel, Carpalkanal, Schreibfehler: Kapaltunnel

Wovon wird der Karpaltunnel begrenzt?

In der Tiefe wird die Karpaltunnel-Begrenzung von den Handwurzelknochen gebildet, die im Querschnitt eine Rinne bilden. Daher ist die seitliche Begrenzung ebenfalls knöchern (Os Trapezium = großes Vieleckbein und Os Hamatum = Hakenbein)

Der Karpaltunnel wird an der Oberfläche von dem queren Handgelenksband (auch Ligamentum carpi transversum), welches sich zwischen Daumen- und Kleinfingerballen ausspannt begrenzt. Es reicht körperfern bis in die Palmarfaszie (eine feste Faserstruktur zwischen Fettgewebe und Sehnen in der Hohlhand) und körpernah bis in die Unterarmfaszie. Das Karpalband bildet das Dach am Karpaltunnel.

Der Nervus medianus im Karpaltunnel unter dem KarpalbandBild: topographische Karpaltunnel-Anatomie:

  • 1, Speichenarterie
  • 2, Karpalband = Retinaculum flexorum: Dieses wird beim Karpaltunnelsyndrom gespalten um eine Druckentlastung im Karpaltunnel zu erreichen.
  • 3, Daumenbeugesehne
  • 4, Langfingerbeugesehnen
  • 5, Ellenarterie
  • 6, Nervus Medianus = Mittelnerv
  • 7, Ellennerv: Verzweigung zum oberflächlichen und tiefen Ast.

Welche Strukturen laufen durch den Karpaltunnel?

Durch den Carpaltunnel laufen verschiedene Strukturen (Sehnen, Nerven u.a.), die für die Funktion der Hand unentbehrlich sind.

Der Mittelnerv: Nervus medianus

Der Nervus Medianus verläuft im Karpaltunnel direkt unterhalb des queren Handgelenksbandes daumennah. Mit Hautgefühl (Sensibilität) versorgt er den beugeseitigen Teil von Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger einschließlich des daumenseitigen Anteils des Ringfingers. Weiterhin gibt er einen kleinen Muskelast (Ramus muscularis nervi mediani) meist im Karpaltunnel an einen Teil des Daumenballenmuskels ab. Daher ist bei einem fortgeschrittenen Karpaltunnelsyndrom eine Daumenballenverschmächtigung zu sehen.

Sehnen im Karpaltunnel

Durch den Karpalkanal verlaufen wichtige Sehnen der Hand, die tiefer liegen als der Nervus Medianus. Diese sind:

  • Lange Daumenbeugesehne (M. flexor pollicis longus Sehne)
  • Die oberflächlichen und tiefen Beugesehnen der Langfinger (Sehnen des M. flexor digitorum profundus und superficialis)
  • Daumenseitiger Handglenksbeuger (M. flexor carpi radialis Sehne)

Diese Sehnen sind beim Karpaltunnelsyndrom von Bedeutung, da deren Sehnenscheiden bei einer Sehnenscheidenentzündung eine häufige Ursache für das Karpaltunnelsyndrom darstellen. Durch die Schwellung der Sehnenscheiden entsteht der Druck im Karpaltunnel, der den N. Medianus schädigt.

 

Aktualisiert am 04.06.2011