Hand Anatomie

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Die Hand-Anatomie ist bestimmt von einem komplexen Zusammenspiel der Muskeln, Knochen, Bänder und Sehnen.

Für die Diagnostik von Beschwerden / Verletzungen an der Hand ist das Verständnis der komplexen Anatomie bedeutsam. Im Folgenden werden wichtige Aspekte der Anatomie der Hand vorgestellt.

Grob kann die Hand (manus) in 3 Abschnitte unterteilt werden:

  • Handwurzel (Carpus)
  • Mittelhand (Metacarpus)
  • Finger (Digiti manus)

Anatomie der Knochen der Hand

An der Hand befinden sich die folgenden Knochen:

  • 2 Unterarmknochen (große Röhrenknochen)
  • 8 Handwurzelknochen (kleine würfelartige Knochen)
  • 5 Mittelhandknochen
  • 14 Fingerknochen (kleine Röhrenknochen)
    • 5 Grundglieder
    • 4 Mittelglieder
    • 5 Endglieder
  • Sesambeine

Welches sind die 8 Handwurzelknochen am Handgelenk?

Da es nicht einfach ist sich auf Anhieb alle Handwurzelknochen einzuprägen, gibt es einen jedem Medizinstudenten wohl bekannten Merksatz:

"Ein Schifflein fuhr im Mondenschein ums Dreieck und ums Erbsenbein. Vieleck groß und Vieleck klein, der Kopf der muss am Haken sein." Was bedeutet dieses nun eigentlich?:

  1. handgelenksknochen - Kahnbein, Mondbein, SchiffbeinKahnbein = Os scaphoideum (Schifflein): Sieht aus wie ein Kahn.
  2. Mondbein = Os lunatum (Mondenschein): Sieht in der seitlichen Röntgenaufnahme wie ein 1/3 Mond aus.
  3. Dreiecksbein = Os triquetrum (Dreieck)
  4. Erbsenbein = Os pisiforme: Ähnelt in Form und Größe einer Erbse.
  5. Großes Vieleckbein = Os Trapezium (Vieleck groß)
  6. Kleines Vieleckbein = Os Trapezoideum (Vieleck klein)
  7. Kopfbein = Os capitatum (Kopf)
  8. Hakenbein = Os hamatum (Haken): Hat einen Fortsatz, der tatsächlich, wie ein Haken aussieht.

5 Mittelhandknochen und 2 Unterarmknochen

Die Mittelhandknochen (= Os metacarpale, Mehrzahl Ossa metacarpalia) bilden mit den Handwurzelknochen den körperfernen Anteil des Handgelenkes. Der kräftigste Mittelhandknochen, ist der des Daumens (9). Die anderen (10-13) sind schmaler, aber länger.

Der körpernahe Anteil am Handgelenk wird von den beiden Unterarmknochen gebildet. Die Speiche, = Radius (14), macht ca. 2/3 der Handgelenkfläche aus, die Elle, = Ulna (15), ca. 1/3.

Bänder der Hand: Handgelenk, Finger

 ist hoch. Die Handwurzelknochen sind sowohl auf der Beugeseite als auch auf der Streckseite mit einem komplizierten Geflecht an Bändern untereinander fixiert. Ein recht wichtiges Band, welches bei Verletzungen oft reißen kann, mit teils schwerwiegenden Folgen, ist das sogenannte scapholunäre Band, welches sich zwischen dem Kahnbein (1) und dem Mondbein (2) aufspannt.

Ferner gibt es noch die Seitenbänder = Kollateralbänder am Handgelenk. Das ulnare (ellenseitig) Kollateralband erstreckt sich von der Elle (15) bis zum 5. Mittelhandknochen (13). Das radiale Kollateralband zieht von der Speiche bis zum großen Vieleckbein (5).

Auch die Mittelhandknochen (9-13) sind an der Basis untereinander und mit den Handwurzelknochen verbunden (Ligamenta metacarpalia interossea und Ligamenta carpomatacarpalia). Das gleiche gilt auch für die Speiche (15) und die Elle (14).

 

  • Die Ringbänder Umschließen die Fingerbeugesehnen der Langfinger (je 4 Ringbänder) und des Daumens (3 Ringbänder). Sie bieten den Sehnen eine Leitschiene und gewährleisten eine optimale Kraftübertragung von den Unterarmmuskeln über die Sehnen auf die Finger.
  • Kleine Bänder des Finger-Streckapparates:
    Die Kleinen Bänder des Finger-Streckapparates sind wichtig für die Balance der Strecksehnen.

Anatomie der Hand-Muskeln

Eine ganze Reihe von kurzen Handmuskeln entspringt u.a. dem queren Handgelenksband und von knöchernen Strukturen der Hand. Eine Ausnahme bilden die Mm. lumbrikales, die Ihren Ursprung an Fingerbeugesehnen haben. Anhand der Lokalisation einer Muskelschwäche oder eines Funktionsausfalls bestimmter Hand-Muskeln kann man auf eine Schädigung bestimmter Nervenabschnitte schließen.

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Beiträgen:

Die Einzelnen Muskeln werden im Lexikon der Muskulatur vorgestellt:

Unterarmmuskeln

Bei Nervenschädigungen im Bereich des Unterarmes und höher kann es zum Funktionsausfall gewisser Unterarmmuskeln kommen. Die Bewegung der Hand ist dann eingeschränkt. Beispielsweise ist bei einer Lähmung des Nervus medianus die Beugefähigkeit von Daumen, Zeige- und Mittelfinger verschlechtert und bei einer kompletten Lähmung nicht möglich. Das Resultat ist beim Versuch eine Faust zu formen die ‚Schwurhand’. Für Details zur Anatomie lesen Sie den Beitrag Unterarmmuskulatur.

Welche Sehnen findet man an der Hand?

Eine Vielzahl von Sehnen ermöglicht die Kraftübertragung von den Muskelbäuchen auf das Hand-Skelett. Die Einen ziehen nur bis zum Handgelenk, die Anderen bis zu den Fingern. Prinzipiell kann man zwischen Strecksehnen und Beugesehnen unterscheiden. Die Strecksehenen laufen im Bereich des Handgelenkes durch 6 Kanäle, die Strecksehnenfächer oder einfach Sehnenfächer genannt werden. Sie dienen den Sehnen vor allem als Leitschiene.

Die Beugesehnen laufen zum großen Teil durch den Karpaltunnel (Karpalkanal), durch den auch der Mittlere Hand-Nerv (Nervus medianus) verläuft.

Die Sehnen der Langfinger bestehen aus einer oberflächlichen und tiefen Beugesehne. Die Fingerstrecksehnen sind teils über Querverbindungen (Connexus intertendinei) miteinander gekoppelt.

 

Beugesehnenscheiden palmare Sehnenscheiden der Hand:

Ähnlich der Strecksehnen sind auch die Beugesehnen der Langfinger, des Daumens und des M. flexor carpi radialis im Bereich des Handgelenkes von Sehnenscheiden umhüllt um ein reibungsarmes Gleiten zu gewährleisten. Die Beugesehnenscheiden der Fingerbeuger laufen durch den Karpaltunnel (auch Karpalkanal). Die Sehnenscheide des langen Daumenbeugers reicht vom körpernahen Handgelenk bis zum Ansatz der Sehne an der Basis des Daumenendgliedes. Im Bereich des Karpaltunnels und der Hohlhand sind die Langfinger-Beugesehnenscheiden miteinander verbunden (daher Vagina communis musculorum flexorum). Eine Verbindung besteht auch zwischen der Letztgenannten und der Sehnenscheide des Kleinfingers. Die Sehnenscheiden der Finger 2-4 stehen in der Regel nicht mit der Sehnenscheide der Handwurzel in Kontakt.

Die Beugesehnenscheiden der Langfinger sind variabel angelegt die häufigste Verteilung finden Sie auf der Abbildung.

Im Falle einer Infektion nach einer Verletzung  des Daumens oder Kleinfingers können sich die Erreger und die Entzündung entlang der Beugesehnenscheiden rasch in Richtung Unterarm ausbreiten. Da die Sehnenscheiden vom Daumenbeuger und den Langfingerbeugern am Handgelenk eng aneinander liegen ist eine sog. V-Phlegmone nicht selten. Diese zeigt sich als V-förmige Rötung und Schwellung im Bereich Daumen, Kleinfinger und Handwurzel.

später folgen:

  • Anatomie der Finger-Beugesehnen
  • Anatomie der Finger-Strecksehnen - Streckapparat des Fingers

 

Nerven der Hand

Die Hauptnerven der Hand sind der Ellennerv (= Nervus ulnaris), Speichennerv (= Nervus radialis) und Mittelnerv (= Nervus medianus, Medianus-Nerv).

Der Nervus ulnaris, der am Handgelenk beugeseitig und kleinfingerseitig verläuft, ist auf dem Bild rechts zu sehen (2 gelbe Punkte). Er Teilt sich hier bereits in seinen oberflächlichen und tiefen Ast. Der Nervus radialis verläuft daumenseitig und teilt sich schon vor dem Erreichen des Handgelenks in mehrere Äste, welche die Streckseite der Hand daumenseitig versorgen. Auf dem Bild sind links nur zwei Äste dargestellt (2 gelbe Punkte), die zum Daumen ziehen. Der Nervus Medianus ist der größte Nerv (großer gelber Fleck in der Mitte) und verläuft unter dem queren Handgelenksband im Karpaltunnel.

Die folgenden Bilder zeigen die Bereiche der Versorgung mit dem Hautgefühl von links nach rechts: Nervus medianus, Nervus ulnaris und Nervus radialis.

 

Discus Triangularis

Der Discus triangularis ist eine annähernd dreieckige (triangulär) Knorpelplatte, die über Bänder am kleinfingerseitigen Handgelenk fixiert ist. Ähnlich dem Meniskus im Kniegelenk, dient er der besseren 'Artikulation', das heißt dem besseren Gelenkgleitverhalten. Der Discus triangularis sitzt in dem Gelenkspalt zwischen der Elle (15) und dem Dreiecksbein (3). Er ist im Röntgenbild nicht sichtbar. Verletzungen am Discus Triangularis gehen meist mit Schmerzen am ellenseitigen Handgelenk Schwellung, Bewegungseinschränkung einher. Weiterhin sind Schmerzen beim Beugen zur Kleinfingerseite und bei Stauchung typisch aber nicht zwingend vorhanden. Die Diagnostik erfolgt durch ein MRT (Magnetresonanz-Tomographie) oder durch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

 

Topographische Anatomie der Hand

 

  • Handgelenk-Anatomie
    Der Aufbau des Handgelenkes ist komplex. Hier soll Ihnen ein kleiner Überblick gegeben werden.
  • Karpaltunnel
    Wie ist der Karpaltunnel, auch Karpalkanal genannt, aufgebaut und welche Bedeutung hat seine Anatomie für das Karpaltunnel Syndrom?

Themen, die später folgen werden:

  • Gefäße der Hand - Venen und Arterien
  • Aufbau der Lymphbahnen der Hand
  • Das Nagelorgan
  • Bewegungsmaße der Hand
  • Hautlinien

Aktualisiert am 30.08.2015